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GM-Gender Mainstreaming


Gender Mainstreaming - was ist denn das also?
Das Englische unterscheidet sprachlich zwischen sex, dem biologischen Geschlecht, und gender, dem sozialen Geschlecht. Mit Gender sind die gesellschaftlichen Geschlechterrollen gemeint, die Vorstellungen und Erwartungen, wie Frauen und Männer sind bzw. sein sollen. Die Geschlechterrollen können sich im Lauf der Zeit ändern und sind innerhalb und zwischen den Kulturen unterschiedlich.
Mainstreaming heißt, dass ein bestimmtes Denken und Handeln in den "Mainstream" - in Politik und Verwaltung, Programme und Maßnahmen - übernommen und zu einem selbstverständlichen Handlungsmuster wird. Dass ein Sonderthema bzw. Nebenthema zu einem Hauptthema wird. Mainstreaming heißt, den "Mainstream" zu durchdringen und zu verändern.

Gender Mainstreaming ist eine Bedingung in der Organisation des Zusammenlebens und -arbeitens in der EU. Es ist ein eine Anordnung, ein Konzept, auf das sich die Staaten der EU im Vertrag von Amsterdam 1998 geeinigt haben, damit überall in der Europäischen Union positive Veränderungen gesetzt werden zur Beseitigung struktureller Benachteiligungen zwischen den Geschlechtern.

Gender Mainstreaming verfolgt das Ziel,
durch Einbindung der Chancengleichheit in sämtliche politische Konzepte und Maßnahmen Ausgewogenheit und Gerechtigkeit für Frauen und Männer zu erreichen.

Dabei soll die Förderung der Chancengleichheit nicht auf die Durchführung von Sondermaßnahmen für Frauen beschränkt werden sondern sämtliche allgemeinen politischen Konzepte und Maßnahmen umfassen. Die erwarteten Auswirkungen auf die Situation der Frauen bzw. der Männer sollen bereits in der Konzeptionsphase erkannt und berücksichtigt werden ("gender perspective").
Das bedeutet., daß diese politischen Konzepte und Maßnahmen systematisch hinterfragt und die etwaigen Auswirkungen bei der Festlegung und Umsetzung berücksichtigt werden. Förderung der Gleichstellung zielt nicht einfach auf statistische Gleichheit, sondern auf eine Veränderung von bisherigen Praktiken, die aufgrund des Geschlechts benachteiligen.
Daher betrifft Chancengleichheit nicht allein Frauen, sondern auch Männer - die Gesellschaft insgesamt, für die eine Umsetzung der Forderung nach Chancengleichheit in die Realität "Fortschrittsfaktor" und Zeichen der Demokratie ist.

Gender Mainstreaming ist prozessorientiert und ergebnisorientiert

Bei allen Planungs- und Entscheidungsschritten werden die Fragen gestellt:
1. Wie sieht in dem betreffenden Bereich das Geschlechterverhältnis aus?
2. Wie wirkt sich das geplante Vorhaben auf die Situation von Frauen und Männern aus?
3. Wie kann ein Beitrag zur Förderung der Gleichstellung geleistet werden?

 

Als Grundlage aller Instrumente dient immer die Frage nach den 5 Rs, die gleichzeitig die Kriterien darstellen im Bewertungsprozess geschlechtsspezifischer Auswirkungen:
1. Repräsentation - die Beteiligung, die "Volkszählung":Wie setzt sich die Bevölkerung oder die jeweilige untersuchte Gruppe nach Geschlecht, zusammen? Wie hoch und unterschiedlich ist der Anteil an Frauen und Männern in den relevanten Entscheidungspositionen? Z.B. in der Verkehrsplanung: Frauen verfügen durchschnittlich über weniger Autos als Männer, sind also überproportional abhängig vom öffentlichen Verkehr - bestimmen sie in den zuständigen Ausschüssen adäquat mit?
2. Ressourcen - wer verfügt nach Geschlecht über welche Mittel der Zeit, Geld, politischer und wirtschaftlicher Macht, physischem Raum, Know How, Bildung und Zugang zu Ausbildung, Zugang zu Netzwerken, aber auch neue Technologien, Gesundheitsversorgung, Wohnverhältnisse, Transportmöglichkeiten?
3. Rechte - haben Frauen und Männer gleiche Rechte und können sie diese auch gleichermassen in Anspruch nehmen? Das schließt auch Schutz vor Gewalt mit ein, sowie direkte oder indirekte Diskriminierung.
4. Realitäten, Normen und Werte, die die Geschlechterrollen beeinflussen - Arbeitsteilung nach Geschlecht, Einstellung, Verhalten und v.a. Wertschätzung. So können wir z.B. am Weiterbildungssektor erleben, dass Zertifikate von "Frauenkursen" in der Tat nicht soviel zählen wie ein "normaler" Kurs - die "andere" Sichtweise zählt weniger?
5. Resultat - Agneta Stark, Schwedens berühmte Gender Mainstreaming Frau, formuliert das so: "Der Wert des Gender Mainstreaming wird gemessen am Erfolg, am Ergebnis. Ohne Ergebnisse ist Gender Mainstreaming nutzlos, denn es zählt nicht der Plan, es zählt das Ergebnis!"

siehe auch:
Verein Efeu

Stadt Wien
GEM
GenderNet
Nora
NetzwerkFrauenberatung

 

 

Da hab ich mir noch keine Gedanken gemacht .....
Vortrag an der Pädak Linz am 22.1.2002

Anfragen bzgl Seminare und Workshops Ilse M. Seifried

 

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